E-Business stärkt Unternehmen im Wettbewerb - Mittelstand wird von E-Government profitieren
Pressemitteilung vom 15.12.2004
Das Brandenburger Wirtschaftsministerium hat heute eine Umfrage vorgestellt, die zeigt, in welchem Maße kleine und mittlere brandenburgische Unternehmen moderne Informations- und Kommunikations-Technologien einsetzen und wo Schwierigkeiten bei der Nutzung liegen.
Die Umfrage zur "Bedeutung und Nutzung von Informations-, Kommunikationstechnologien und E-Government-Lösungen in Brandenburger Unternehmen" wurde in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg sowie mit dem Ministerium für Inneres vorgenommen und von der Berliner Globis GmbH durchgeführt.
Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns erklärte: "Der Einsatz modernster Informations- und Kommunikations-Technologien ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Die Umfrage zeigt: Den Brandenburger Unternehmen ist dies sehr bewusst. Wichtig ist, dass sie sich auf die technologische Entwicklung frühzeitig einstellen. Hier wollen wir Unterstützung im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe leisten."
Minister Junghanns verwies in diesem Zusammenhang auf das Brandenburgische Innovationsprogramm für E-Business und Medienkonvergenz - BIEM. "Mit dem Programm BIEM zeigen wir Wege auf, wie Schwierigkeiten bei der Nutzung neuer Informations- und Kommunikations-Technologien überwunden werden können. Dadurch können Unternehmen mittelfristig positive Wettbewerbs- und Struktureffekte erzielen."
Innenminister Jörg Schönbohm wies auf das große Interesse der befragten Unternehmen an E-Government-Angeboten der Verwaltung hin. Schönbohm erklärte: "Durch die geplante Einführung von Online-Anwendungen können die Unternehmen Zeit- und Kostenvorteile realisieren und sich auf ihre Wertschöpfungskette konzentrieren. Davon wird insbesondere der Mittelstand in Brandenburg profitieren."
Der Innenminister betonte in diesem Zusammenhang, dass der begonnene Dialog zwischen Landesverwaltung und Wirtschaftskammern fortgesetzt werde. Schönbohm: "Die Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern ist intensiv und erfolgreich. Schon im Januar werden wir damit beginnen, Online-Dienstleistungen der Verwaltung in einer Workshopreihe der Industrie- und Handelskammern vorzustellen. Durch die verstärkte Einbeziehung und Kooperation mit der Wirtschaft wollen wir eine breite Akzeptanz für E-Government im Land erreichen und unsere Angebote am tatsächlich vorhandenen Bedarf ausrichten. E-Government ist für uns ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Standortpolitik für Brandenburg."
Peter Egenter erklärte für die Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern Brandenburgs (LAG): "Ohne eine effiziente Informationstechnologie - kurz IT - hat ein Unternehmen am Markt heute kaum noch eine Chance. Die Untersuchung zeigt, wie aufgeschlossen die brandenburgische Wirtschaft der betrieblichen Nutzung der IT gegenüber steht. Noch vorhandene Hemmnisse sind vor allem in Wissensdefiziten begründet. Gemeinsam mit dem Wirtschaftministerium bieten die brandenburgischen IHKs daher den Unternehmen eine Palette an Unterstützungsleistungen an, von der individuellen Beratung über Veranstaltungen bis zu themenbezogenen Seminaren und IHK-Lehrgängen."
Zusammenfassung der Studie
Ausgangssituation:
Die Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT) können einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und damit zum Wirtschaftswachstum und zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen.
Der Einsatz der neuesten Informations- und Kommunikations-Technologien stellt viele Unternehmen zugleich vor große Herausforderungen. In einer Vielzahl von Unternehmen breitet sich daher die Nutzung dieser Technologien nur sehr langsam aus. Mit der Umfrage wird eine Bestandsaufnahme bei Brandenburger kleinen und mittleren Unternehmen vorgenommen.
Umfrage:
Im Rahmen der Umfrage wurden 540 Brandenburger Unternehmen zumeist schriftlich mittels eines umfangreichen Fragebogens befragt. Die Befragten waren alle Brandenburger Unternehmen, die Mitglied der Brandenburger Industrie- und Handelskammern sind.
Ergebnisse:
Im Bereich Strategie und Infrastruktur kann bei den befragten Unternehmen ein fortgeschrittener Stand festgestellt werden. Ca. 80 Prozent messen den Informations- und Kommunikations-Technologien große Bedeutung bei, ca. 75 Prozent haben eine IKT-Strategie, zumindest in Teilbereichen, und ca. 70 Prozent betrachten sich im Vergleich zum Branchendurchschnitt als gleichwertig oder besser.
Hinsichtlich der technischen Infrastruktur in Form von Computern, Internetzugängen oder Firmennetzen ist kein Nachholbedarf bei der Mehrzahl der Unternehmen zu erkennen.
Die primären Ziele des IKT-Einsatzes liegen in der Verbesserung der Kommunikation und der Prozesse. Dies sehen die Befragten in besonders hohem Maße als erfüllt an. Auch Ziele aus dem Bereich der Kundengewinnung werden genannt. Die Zielerfüllung kann hier in vielen Fällen noch nicht angegeben werden, da Marketing- und Vertriebsziele häufig eine Vorlaufzeit erfordern.
Hemmnisse werden im Bereich der Wirtschaftlichkeit empfunden. Zu hohe Kosten - absolut und im Vergleich zum erwarteten Erfolg - sind hierbei oft genannte Aspekte.
Häufig wird auch angegeben, dass die eigenen Produkte und Dienstleistungen nicht für den Vertrieb über das Internet geeignet seien. Dies gilt branchenübergreifend. Andere Hemmnisse sind z. B. das Thema Sicherheit oder fehlende Breitbandzugänge.
Bei den Anwendungen überwiegt der Einsatz einfacher IKT-Anwendungen: E-Mail (88 Prozent), allgemeine Büroanwendungen (83 Prozent), Internetrecher-chen (81 Prozent), Online-Banking (70 Prozent) und die eigene Internetseite (65 Prozent) werden am häufigsten genannt.
Komplexere Systeme werden nur von maximal zehn Prozent der Unternehmen eingesetzt. Ein Schwerpunkt der Anwendungen ist nicht direkt auszumachen. Die Bereiche Marketing und Vertrieb, Leistungserbringung (Produktion), Finanzen und die allgemeine Verwaltung dominieren.
Bei der Auswahl der Systeme steht Benutzerfreundlichkeit an erster Stelle, gefolgt von Kostenaspekten.
E-Government:
Im Bereich E-Government wünschen sich die Unternehmen vor allem die Bereitstellung von Informationen, wie einen umfassenden Behördenführer oder ein Formular-Center. Auch die Möglichkeit zur E-Mail-Kommunikation mit Behörden wird stark nachgefragt. Transaktionsbasierte Anwendungen wie die Online-Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung und der Steuererklärung oder ein Online-Antrag des Mahnbescheids oder die Abwicklung des Personalwesens werden ebenfalls von einer Vielzahl der Unternehmen gewünscht.
Bei den Hemmnissen speziell im Bereich E-Government werden Sicherheitsbedenken bezüglich der unternehmensinternen Daten sowie die Virenproblematik genannt. Wesentlich hierbei ist auch der angenommene große Aufwand zur Einarbeitung in die Lösungen sowie die Auffindbarkeit der Lösungen.
Adäquate Informationen über E-Government-Angebote, Bedienerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit der Nutzung sind Voraussetzungen für die Nutzung von E-Government-Angeboten für viele Unternehmen.
Das Informationsangebot der Landesregierung unter http://www.brandenburg.de/ kennen 31 Prozent der Firmen.


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